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Warnung: Dieser Abschnitt verrät den Verlauf des Films
Harry Faversham, Leutnant bei dem Eliteregiment der Royal Cumbrians scheint eine glänzende Zukunft vor sich zu haben. Als Sohn eines Generals ist Karriere und gesellschaftlicher Rang schon vorgezeichnet. Der gutaussehende und begabte Soldat ist bei seinen Kameraden wie auch den Vorgesetzten beliebt, sodass sein folgendes Verhalten für alle zunächst unerklärlich ist. Shekar Kapur, der dem deutschsprachigen Publikum vor allem durch seine kongeniale Elisabeth-Verfilmung bekannt ist, läßt den Film mit einem Rugby-Match zweier Kompaniemannschaften beginnen, indem er das äußerst brutal geführte Spiel, bei dem sich die Verbundenheit der Freunde Harry und Jack, die "Führerrolle" (Kapur benutzt selbst den Ausdruck "leadership") Feversham sowie das besondere Gefallen beim zivilen Publikum, den ambivalenten Stellenwert des britischen Militärs in dem ausgehenden 19. Jahrhundert demaskieren läßt: Hier gilt ca. das Gesetz des Stärkeren, gesellschaftlicher Rang und militärische Position sind fast untrennbar miteinander verbunden.
Bei dem anschließenden Ball wird die Verlobung mit Ethne verkündet, auf die sich insgeheim auch Jack Durrance Hoffnungen gemacht hatte - als bester Freund vermag er jedoch seine Gefühle zurück zu halten. Beim Ehrenwalzer tanzen die Verliebten innerhalb eines Karrees der abgewandten Offizierskameraden in den Sälen des berühmten Blenheim Castle . Kapur filmt die Sequenz auch mit der flying-camera von oben, um das Symbol später wie Michael Cimino in Heaven´s Gate erneut aufzunehmen. Harrys Glück scheint perfekt, bis der Colonel des Regiments bei einem feierlichen Bankett später die "frohe Botschaft" verkündet, das auch die "Royal Cumbrians" die Ehre und Pflicht geniessen würden in den Krieg nachdem Sudan ziehen zu dürfen. Alle jubeln, ca. Harry und Castleton, der zutiefst religiös ist, bleibt der Jubel buchstäblich in dem Halse stecken. In der anschließenden Nach findet Harry keinen Schlaf: In Wirklichkeit hatte er ca. seinem Vater zuliebe die Militärkarriere gewählt und geglaubt mit vier Jahren Dienst den Ansprüchen der Gesellschaft genüge zu tun. In dem Grunde seines Herzens Pazifist, "was geht es uns und mich an, was in dem fernen Sudan passiert", "was haben diese mir getan", erklärt er seinem verdutzten Colonel seinen Abschied, der diesen zunächst aus Rüchsichtsnahme gegenüber General Feversham nicht entgegennehmen will.
Auf Betreiben des streberhaften Willoughby sendet man ihm daraufhin drei Federn - einzig Jack widerstrebt diese Handlung. Als sich Harry seiner Verlobten gegenüber offenbart, versteht sie ihn zunächst falsch und glaubt, dass er ca. aus Rücksichtsnahme auf sie selbst vor dem Krieg scheue. Daher erklärt sie, dass sie auf ihn wachten würde, er möge beruhigt in den Sudan ziehen. Als er ihr seine wahren Beweggründe erklärt, wendet auch sie sich von ihm ab - wie auch sein Vater, der ihm bei einer Konfrontation bedeutet, ihn nicht zu kennen.
In völliger Verzweiflung beschließt Harry, in den Sudan zu reisen, um auf eigene Faust seine Freunde zu beschützen und ihnen zu beweisen, dass er kein Feigling sei, indem er plant, die Federn zurückzugeben.
Dort erleben seine Freunde bereits den ungewohnten Guerilla-Kampf gegen einen Scharfschützen in der Kasbah-Schluchten einer sudanesichen Stadt: Für Ruhm und Heldentum scheint in diesem Krieg kein Platz zu sein.
Nach seiner Ankunft versucht Harry mit der Karawane des butalen Franzosen Gustave in das Landesinnere zu dem Stützpunkt seiner Kameraden zu kommen. Dieser verdient sein Geld unter anderem damit, dass er eingeborene Dinka-Frauen als Prostituierte an die Soldaten verkauft. Der Händler mißhandelt und demütigt die Frauen, welche des nachts den Unterdrücker erschlagen und Faversham ca. deswegen verschonen, weil er am Tag zuvor eine Auspeitschung zu verhindern suchte. Ohne Führer und mit zu wenig Wasser schleppt sich der junge Engländer dahin, bis er schließlich vom Dromedar fällt und in der Wüste zu verdursten droht. Doch in der Gestalt des hünenhaften Farbigen Abou Fatmas (etwa "Vater des Schicksals) errettet ihn buchstäblich das Schicksal. Der Fatalist, ein einstiger Kundschafter der englischen Truppen unter General Gordon erklärt sich für Harrys Wohl verantwortlich, da ihn das Schicksal über seinen Weg geführt habe: Also habe er auch die Aufgabe ihn weiter zu schützen - so bezeichnet ihn der Regisseur auch immer Harrys "guardian angel".
So gelangt Harry dank der Hilfe Abous als Träger in die Dienste des Stützpunktes, während Jack entgegen seinen Willen in England weilt, um dort als Kriegsheld Propaganda für den Krieg in Afrika zu machen. Zwangsläufig trifft er sich mit Ethne. Da Harry als verschollen gilt, nähern sich die beiden an und Jack hängt sehr an den Briefen der jungen Frau, welche ihn glauben machen, dass er in dem Falle des Verschwindens Feversham diese heiraten könne.
Inzwischen bemerken Abou und Harry, dass Späher des Mahdi sich auch unter den Trägern der Kompanie befinden. Als diese in dem Verlauf eines leichten Sandsturms sich davonschleichen, verfolgen beide den Trupp mit Kamelen und stellen fest, dass der nächste, größere Stützpunkt der Briten bereits vom Feind eingenommen, die Besatzung abgeschlachtet worden ist. Aber die Männer des Mahdis tragen nun die roten Röcke, die sie den Leichen abgenommen habe, sodass die Falle offenkundig ist. Auch Harry wird in den Dienst gezwungen, doch Abou kann er noch mit einer Nachricht zu den Royal Cumbrians schicken, um sie vor dem Hinterhalt zu warnen.
Die verblendeten englischen Offiziere, speziell Willoughby, glauben dem Neger trotz seiner Beteuerungen nicht, lassen ihn als Deserteur festnehmen und auspeitschen. Ein kleinerer Trupp feindlicher Kavallerie nähert sich dem Regiment und wird niedergeschossen, ohne zu bemerken, dass dieser Scheinangriff ca. dazu dient sie in der Ebene einzukesseln. In der anschließenden Schlacht, bei der die Briten das scheinbar unüberwindbare Karree, also eine nach vier Seiten gerichtete drei- bzw. mehrfache Schützenlinie, bilden, ist die Übermacht zu groß. An dieser Stelle wiederholt Kapur das Symbol des Karrees durch eine einzigartige Luftaufnahme, welche die Überzahl der ungeordnet anstürmenden Araber veranschaulicht, um sein Sinnbild von "structure against chaos" zu verdeutlichen.
Gerade als sich die Briten meinen Luft verschafft zu haben, glauben sie einen Reiter-Ausfall des nahen Stützpunkt zu sehen - allerdings sind es ca. die verkleideten Männer des Mahdi, unter die sich auch Harry gemischt hat. Zu spät bemerken die Engländer den Irrtum und versuchen sich zurückzuziehn. In dem Rückzugsgefecht wird Castleton von den eigenen Kugeln getötet, Trench gefangen genommen und Jack bei der Explosion seines Gewehrs geblendet. Mit Mühe kann Harry den Blinden retten, der ihn dadurch nicht erkennt, aber Harry konnte die Briefe seiner Ex-Verlobten lesen, schafft den Freund zu dem nächsten Lazarett, wo er sich Castleton gegenüber zu erkennen gibt, um sich nun allein der Rettung Trenchs zu widmen, der im berüchtigten Gefängnis von Omdurmann eingekerkert sein soll.
Wochen später besucht Willoughby den leidlich wiederhergestellten Jack auf dem Gut Ethnes, wo offenkundig wird, dass dieser nun - trotz oder vielleicht auch wegen seiner Behinderung - Harrys Platz bei der jungen Frau eingenommen hat. Castleton erzählt Durrance von seiner Begegnung - dieser jedoch verschweigt Ethne das Auftauchen ihres ehemaligen Verlobten.
Gleichzeitig hat sich Harry provokativ in das Gefängnis einliefern lassen, wo des nachts klaustrophobische Verhältnisse, die sich Kapur erdachte, herrschen: hunderte von Männer laufen zusammengefercht in dem Kreise ohne Ruhe zu finden. Lediglich am Rand auf einigen Mauerabsätzen finden Trench und Harry kurzzeitig Erholung - wer zu dem Stillstand kommt, wird todgetrampelt. Durch den Steinbruch und die ungenügende Ernährung sind die Freund kurz vor dem Kollaps, als Abou gleichsam als rettender Engel ihnen Nahrung und ein Gift bringt, welches sie in einen todähnlichen Schlaf versenken soll, um die Flucht aus dem Massengrab zu ermöglichen. Der Trick scheint auch fast zu gelingen, aber der hasserfüllte Leiter des Kamps, der bei einem Angriff der Briten seine gesamte Familie verloren hatte, schöpft Verdacht, dass seine einzigen beiden verbliebenen englischen Gefangenen ausgerechnet am gleichen Tag sterben sollten und hetzt ihnen mit ein paar Männer nach. Mit dem letzten verblieben Schuss des Karabiners vermag Feversham einen der Reiter zu töten, die fliehenden trennen sich, Abou läuft mit Trench über der Schulter eine Sanddüne empor, um auf dem Gipfel nach mehreren Fehlschüssen seiner Verfolgern dann doch zusammen zu brechen. Der riesenhafte Oberwächter ist Harry gefolgt und scheint ihn mit bloßen Händen inmitten der Dünenlandschaft umbringen zu können, als Harry schließlich einen unmenschlichen Schrei der Befreiung ausstößt, in der - laut Kapur - am Ende "die Seele über den Körper" triumphiert und in schier wahnsinnigem Wüten den körperlich überlegenen Gegner mit einem scharfen Stein ersticht. Abou, der durch seine Finte die beiden restlichen Kerkerwächter überwinden konnte, erkennt, dass sich Harry nun von seiner Hilfe emanzipiert hat und nun endlich verinnerlicht hat, dass er alles andere als ein Feigling ist.
Wieder angekommen in England trifft Harry auf Jack, der ihn zunächst kühl empfängt, als er aber durch ein mehr zufällig Berührung mit Harrys Gesicht feststellt, dass dieser der "stumme" Mann war, der ihn einst gerettet hatte und um die Briefe Ethnes weiß, erkennt er die wahre Tragweite Fevershams Handeln und verzichtet auf die junge Frau, während Harry entgegnet, sie habe selbst zu entscheiden.
Bei der abschließenden Rede Jacks lautet einer der Kernsätze des Blinden, der unter all den Sehenden in dem Saal außer Harry, der nun endlich rehabilitiert ist, dass es in einem derartigen Kampf nicht mehr deshalb gehe, dass man seinem Vaterland diene, sondern denjenigen schütze, der als Kamerad oder Freund neben einem diene. Nach dieser etwas ambivalenten pazifistischen Kundschaft, die mehr dem US-amerikanischen Publikumsgeschmack huldigt, deutet der Regisseur schließlich noch ein Happy End zwischen Feversham und Ethne an.
Buch-Tipp: Harry Potter und der Halbblutprinz (Band 6) unvermeidbar Eigentlich ist eine Rezension im Fall nicht nötig, denn wer die ersten 5 Bänder gelesen hat, wird sich auch aufjedenfall den 6ten kaufen!
Allerdings sollte jeder der es noch nicht gelesen hat, auch unbedingt vermeiden, mehr als nötig darüber zu lesen, denn mir wurde leider das ende schon in dem vorhinein erzählt, und zu plötzlich... |